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Im Interview: Ulrike Petschelt und Henriette Taupitz

Ulrike Petschelt verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kassel, ging nach dem Abitur nach Paris, arbeitete dort viele Jahre in der Galerie Pasnic (mit dem berühmten Radierungsatelier) und lebt seit einigen Jahren mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mann wieder in Kassel. Sie stellt Gegenwartskünstlerinnen und -künstler aus dem Bereich Malerei und Fotografie aus. Ihr besonderes Interesse gilt naturgemäß dem deutsch-französischen Dialog.

Wo liegen Ihre kulturellen Interessen und was bedeutet für Sie Kultur? 

Kunst, Literatur („da kann ich abtauchen ... Urlaub von mir selbst machen“). Zur Oper und dem Theater bedauert sie, bisher weniger Zugang  gehabt zu haben, eher Rock-, Hip-Hop, Funk- und  Blues-Musik und das französische Chanson (Jacques Brel). -  Kultur passiert beim Zusammentreffen von Menschen, schafft die Möglichkeit der Verständigung  und legt Zeugnis ab von der jeweiligen Zeit.

Was waren  für Sie in letzter Zeit kulturelle Höhepunkte?

Die Wiederbegegnung mit dem über siebzigjährigen französischen Künstler Michel Haas in Paris, die Ausstellung über Louise Bourgeois in Bielefeld, Goyas Radierungszyklen in Arolsen  -  und in Kassel natürlich die documenta 12 und die König Lustik- Ausstellung.

Was finden Sie besonders am kulturellen Leben Kassels?


Die Überschaubarkeit, kurze Wege, die gute Vernetzung, die zentrale Lage in Deutschland, die schöne Umgebung Kassels.

Was erwarten Sie (auch für sich persönlich) vom KulturNetz?
Was empfehlen Sie dem KulturNetz?

Die kulturpolitischen Vorträge sind nicht das einzig Interessante. Man sollte gemeinsam mehr an die Öffentlichkeit gehen und gemeinsam öffentlichkeitsrelevante Projekte durchführen.

Haben Sie eine Vision zu Kassels Kultur?

Museumsausstellungen, die überall beachtet werden, eine „Wahnsinnsausstellung“ erleben. Dass Kassel auch zwischen den Documenten in Deutschland und im Ausland besser wahrgenommen und besucht wird.

Gäbe es in der Brüder Grimm Stadt eine Wunschfee und Sie hätten einen Wunsch frei – was würden Sie sich wünschen?

Ein interessanteres, lebhafteres, städtisches Alltagsleben, mehr Optimismus, Genussfreude, ein paar gute Restaurants ...

Ulrike Petschelt hat gerade in der Galerie  Petschelt, Am Schlosshotel, Schlosspark 8, 34121 Kassel, die Photo-Ausstellung "Ralf  Tooten - Augen der Weisheit" präsentiert. In  den kommenden Monaten arbeitet sie an einem Ausstellungsprojekt in Berlin und bereitet zum dreißigjährigen Jubiläum der Edition Pasnic (Paris) eine Ausstellung von Radierungen vor mit dem Arbeitstitel: "30 x 30".


Das Gespräch führte Henrike Taupitz