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Im Interview: Achim Rache und Gudrun Landgrebe

Wo liegen Ihre kulturellen Interessen?

Primär bin ich als Mitglied des Vereins Movimento im KulturNetz, erst in zweiter Linie als vhs-Mitarbeiter. Dieser Verein steht für die Förderung des Zeitgenössischen Tanzes. Lebendiger Ausdruck ist das alle zwei Jahre stattfindende Internationale Tanzfestival Kassel, das ich zusammen mit Manfred Zalfen und in Kooperation mit dem Staatstheater Kassel als künstlerischer Leiter organisiere. Neben dem Tanz gilt meine private Vorliebe aber unbedingt dem Taichi und Qigong. Beides praktiziere und unterrichte ich seit vielen Jahren.


Was waren Ihre kulturellen Highlights für Sie in letzter Zeit?

Die documenta und ein Tanzabend von John Neumeier in Hamburg und einer vonDieter Heitkamp in Frankfurt im vergangenen Jahr. Günther Staniewski und Stefan Becker und natürlich das Kulturzelt in Kassel, auf das ich mich jedes Jahr freue.

Was war Ihr erstes Highlight in Kassel?

Das war ein Festival zur Spielzeiteröffnung des Staatstheaters zur Beilharz Ära mit den wunderbaren Tanzabenden von „LaLaLa Human Stepps“ oder „Sankai Juko“.

Was finden Sie besonders am kulturellen Leben in Kassel?

Die Vielfalt! Für eine Stadt dieser Größe ist das Angebot enorm. Gleichzeitig ist aber auch besonders auffällig, wie wenig öffentliche Mittel gerade für die „nichtetablierte“ Kultur zur Verfügung gestellt wird.

Was empfehlen Sie dem Kulturnetz?

Das ist eine schwierige Frage, da ich nicht aktiv mitarbeite. Aber ich denke, dass es Sinn machen würde, die vielen Einladungen (per Email) stärker zu bündeln und zu strukturieren und vielleicht nur ein oder zweimal im Monat zu versenden. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, abzufragen, wer was haben will. Ich brauche durchaus nicht alle Infos. Die kann ich mir bei Bedarf im Internet anschauen.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Idee des KulturNetzes wirklich gemeint war, wie das, was jetzt dabei rauskommt. Ich meine damit meine (unsere) Identifikation mit dem KulturNetz. Sie steht in Frage, auch wenn ich vieles gut und richtig finde. Vieles erscheint mir zu theoretisch und der Eindruck, dass sich da etwas verselbständigt und ein Eigenleben entwickelt, drängt sich mir manchmal auf. Daher halte ich eine Mitgliederversammlung für angemessen, um die eigene Position mit der Fragestellung “Wo geht’s hin, wo wollen wir hin mit dem KulurNetz?“ neu zu diskutieren. Ich verspüre nicht mehr die Offenheit der Kulturhaupstadt-Bewerbungszeit, die schließlich die Wurzeln des KN sind. So eine Veranstaltung könnte vielleicht wieder von Herrn Richter moderiert werden. Er hat den Bewerbungsprozess 2010 damals gesteuert und vieles ermöglicht, was mir undenkbar erschien.

Vielleicht sollte das KN auch nicht oder selten als Veranstalter auftreten, sondern mehr den Vernetzungsgedanken fördern. Gerade für die eher theoretisch orientierten Veranstaltungen des KN, könnten Kooperationspartner gewonnen werden, z.B. das Evangelische Forum. Ich hatte des Öfteren den Eindruck, dass es da Parallelen bei den Themen gab. Und letztendlich... auch wenn ich die jährlichen Veranstaltungen bei der E.ON anregend finde und gerne in angenehmer Atmosphäre plausche..., die Gelder, die dafür aufgewendet werden, sollten letztendlich besser der Kunst und den Kulturschaffenden zugute kommen.

Gäbe es eine Wunschfee und Sie hätten einen Wunsch frei – was würden Sie sich wünschen?

Das ist einfach:EINMAL EIN PROJEKT FINANZIELL SORGENFREI DURCHZIEHEN KÖNNEN!

Das Gespräch führte Angela Landgrebe