Gesprächsforum Kulturelle Energien 

Gesprächsforum „Kulturelle Energien“

Das  Gesprächsforum Kulturelle Energien leitet Michael Evers. Am jeweils ersten Mittwoch des Monats als Jour Fixe werden aktuelle Fragen der Kultur in einem kontinuierlichen Diskurs thematisiert.

Die aktuellen Termine finden Sie unter Aktuelles. Bisherige Veranstaltungen, Diskussionen und Gesprächsrunden können Sie hier einsehen.

Die Idee:

Die Etablierung eines Gesprächsforums zu aktuellen Fragen der Kultur.

Welche Rolle spielt heute die Kultur in einer von ökonomischen Prinzipien dominierten Gesellschaft? Das Engagement des Vereins in den Bereichen Kultur und Stadtentwicklung würde meines Erachtens, angesichts der durch die Globalisierung beschleunigten Ökonomisierung von Kultur, sinnvoll durch ein Diskussionsforum erweitert, in dem speziell die Frage nach inhaltlichen Qualitäten und Werten gestellt wird. Kultur ist, neben ihrer Bedeutung als Wirtschaftsfaktor, der Raum, in dem geistige Werte geschaffen werden. Dazu sollte man Kultur erstmal als eine freie, von ökonomischen und politischen Interessen unabhängige Sphäre begreifen. Der künstlerische, kulturelle, philosophische Diskurs sollte auch ein Anliegen des Vereins sein. Denn die Kultur und nicht die Ökonomie ist die Primärenergie der Gesellschaft.

Mögliche Themen:

Kulturbegriff
-Welche Positionen beziehen Kulturschaffende heute angesichts globaler gesellschaftlicher Veränderungen und der Ökonomisierung der Kultur?
-sind Utopien nach der Phase postmoderner Dekonstruktionen noch möglich? Gibt es neue Perspektiven und Weltbilder, die von den verschiedenen künstlerischen Genres reflektiert werden?

Wertediskussion
-säkulare Gesellschaft und neue Religiosität
-die Rekonstruktion bürgerlicher Werte im Kontext von Neoliberalismus und Neokonservativismus
-welche Auswirkungen hat das biologistische Menschenbild der aktuellen Gehirnforschung auf Kunst und Kultur? - Neurowissenschaften und Menschenbild

Die Brüder Grimm
sollten nicht nur unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, sie als lokale Folklore und Marke ökonomisch auszubeuten.
Wesentlich sind vor allem die Inhalte ihres Werkes, die man nicht nur den akademischen Fachleuten überlassen sollte. Dazu könnte in Kassel ein Ort geschaffen werden, wo an den Geist der Romantik als eine wichtige deutsche Kulturepoche erinnert  wird. Ebenso, wie man historische Gebäude wie die Frauenkirche in Dresden wieder aufgebaut hat, so sollten auch wichtige geistige Gebäude rekonstruiert werden. Das Werk der Brüder Grimm ist nicht nur für die wissenschaftliche Forschung von Interesse, ihr „Deutsches Wörterbuch“ kann als ein Höhepunkt der deutschen Sprache auch heute noch Orientierung geben, und die Märchen enthalten mythische, psychologische Bilder und Initiationsstrukturen, die von zeitloser anthropologischer Bedeutung sind.

„7ooo Eichen“
Die inhaltlichen Aspekte dieses zukunftsweisenden sozialen Kunstwerkes und der „Erweiterte Kunstbegriff“ sollten stärker im Kasseler Kulturleben integriert werden.
-Trennung von Kultur und Ökonomie
-Regionalwährungen („Bürgerblüte“) und komplementäre Geldkreisläufe als „Soziale Plastik“

Als Erweiterung können Vorträge und Podiumsdiskussionen veranstaltet werden. Die Kooperation mit der Hochschule wäre vorstellbar( z.B. mit den Ringvorlesungen in den Bereichen Kunst, Philosophie und Naturwissenschaften).
Außerdem kann darüber nachgedacht werden, die Kulturgespräche im „Offenen Kanal“ stattfinden zu lassen und live zu übertragen.

Michael Evers
Kassel, 11. April 2006
fsog.michael.evers(at)web.de