OLU OGUIBES Obelisk auf dem Königsplatz 

DAS "FREMDLINGE UND FLÜCHTLINGE MONUMENT"

Wir danken Monika Nikolic für die Überlassung des Fotos

„Es ist Ausdruck unserer Menschlichkeit, einem in Not Geratenen beizustehen, Verantwortung zu tragen für Bedürftige und Verfolgte. Und jeder ist zu Beginn ein Fremdling, der neu in eine Stadt kommt, egal aus welchem Grund.“ Olu Oguibe Kunstforum Bd 248/249  2017

Jede documenta bleibt nicht zuletzt durch die in der Stadt verbliebenen Kunstwerke und ihre Botschaften im Gedächtnis. Auf der documenta14 stand 2017 ein Kunstwerk im Focus, das sich als „Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“  mit dem Thema Flucht, Migration und Gastfreundschaft auseinandersetzt: Eine Skulptur in Form eines Obelisken, den der in Nigeria/Biafra geborene Künstler Olu Oguibe auf dem von Simon Louis du Ry, Enkel hugenottischer Flüchtlinge, entworfenen Königsplatz platziert hat.

Der Obelisk wurde gezielt auf dem Königsplatz und bewusst dezentral platziert. Olu Oguibe definiert dieses Siegessymbol kolonialer Herrscher um, die Obelisken aus Ägypten als Trophäen in europäische Hauptstädte brachten: in der dezentralen Position ist das Monument nicht länger Siegessymbol.
Das Material der Stele ist Beton, also ein „armes“ Material. Es untermauert den Gegensatz zum edlen monolithischen Granit der ägyptischen Obelisken.

Mit dem Zitat aus dem Matthäusevangelium "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt"in Englisch, Deutsch, Türkisch und Arabisch - wird das Kunstwerk zum Symbol der Einladung an all diejenigen, die in dieser Stadt Heimat suchen und finden, kurz: es heißt willkommen.

Ebenfalls bewusst gewählt erscheint die Ausrichtung der türkischen Inschrift zur Kasseler Nordstadt – mit vielen türkischen Bewohnern und durch die Kurt-Schuhmacher-Straße wie abgeschnitten von der Innenstadt.

Der Obelisk gehört in die Mitte der Stadt. Seine universell-humanitäre Botschaft kann nicht an einen anderen Ort verpflanzt werden, ohne seine zentrale Aussage zu verlieren.

Das KulturNetz unterstützt den Ankauf dieses documenta14 Kunstwerkes und seinen Verbleib auf dem Königsplatz

Nach Ablauf der Spendensammlung setzen wir weiter auf eine sachliche Diskussion und warten  sehr gespannt auf die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung.